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2018. április. 21., szombat

Vorhang auf! – für die WELT DER OPERETTE

Betty Fischer in Die Königin von Oscar Straus, 1927, © IMAGNO

2. Februar bis 24. September 2012, Österreichisches Theatermuseum, Wien

“Und wiederum sagt man oft von einer Operette: sie ist fast so gut wie eine Oper. Was ist das für ein Unsinn! Wie kann eine Kunstgattung dann besonders gut sein, wenn sie beinahe eine andere Kunstgattung ist? Hier scheint eine Konfusion vorzuliegen und es dürfte an der Zeit sein, sich einmal über den Begriff der Operette klar zu werden, gerade heute.” Von Oscar Bie, 1914, Autor des Standardwerks Die Oper

Am 2. Februar 2012 wurde im Österreichischen Theatermuseum in Wien die Ausstellung „Welt der Operette“ eröffnet.

Die Operette war ursprünglich nicht verstaubt und altmodisch, sondern oft sozialkritisch, humorvoll und immer frivol. Dieses Genre wurde bis heute nur sehr selten als eigenes kultur-, sozial- und theaterhistorisches Phänomen behandelt – die „leichte Muse“ war keiner genauen Betrachtung wert, wurde sie doch in erster Linie nach der Musik beurteilt und weniger nach den sozialen Hintergründen und Zusammenhängen. Unterhaltungstheater passte lange Zeit in keine wissenschaftliche Disziplin, erst in den vergangenen Jahren begann langsam eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Phänomen.

Bei der Ausstellung Welt der Operette im Theatermuseum ist diese Dame beim Rundgang nicht zu übersehen: Recht freizügig posiert Elsie Altmann-Loos, Tänzerin und Operettenstar der 1920er-Jahre, auf dem zur Plakatgröße sich aufschwingenden Foto, das durch die leuchtende Halskette in der Wirkung noch ein wenig unterstützt wird.

Das Foto erschien 1923 in der Wiener Zeitung Die Stunde und ist beileibe nicht das einzige Beispiel für die Freizügigkeit, welche das Operettenmilieu in seiner ersten, in Paris zu verortenden Phase ausgezeichnet haben mag und über das etwa die Süddeutsche Theaterzeitung 1885 schrieb: “Die Operette ist schließlich nicht für Betschwestern, spröde alte Jungfrauen und Hypermoralisten gemacht.”

Altmann-Loos wäre allerdings auch in jenem Ausstellungsbereich gut aufgehoben, der sich mit ernsten Aspekten befasst – mit dem die Künstler vertreibenden und das Genre vereinnahmenden Umgang der Nazis. Altmann-Loos, einige Jahre mit dem Architekten Adolf Loos verheiratet und Bühnenpartnerin u. a. von Hans Moser und Karl Farkas, musste 1933 nach Argentinien emigrieren.

Heute strömen die Besucher ins Kino, früher stürmten sie Operettentheater und warteten auf Novitäten und Skandale ihrer Stars. Showbusiness war angesagt, Glamour und Glitter bestimmten die Inszenierungen, die niemals verstaubt und altmodisch, sondern in der prägenden Zeit der 1920er sozialkritisch, humorvoll und frivol waren. Ihre Akteure wurden zu Superstars und gesuchten Werbeträgern für Produkte von Zigaretten bis Luxusautos. Wiener Operette machte auch am Broadway Furore und war ein einzigartiger Exportartikel österreichischer Kultur.

Das Ziel der Ausstellung ist: “Die Modernität der Operette als Theaterform deutlich zu machen, den subversiven Spaßfaktor zu betonen, der allen Operetten innewohnt, aber auch die gesellschaftliche Vielfalt aufzuzeihen, die sich im Kontext jeder Beschäftigung mit der Operette eröffnet. Ferner geht es darum, die großen Stars der Vergangenheit und Gegenwart sowie die wichtigsten Stücke und Aufführungen zu präsentieren, in all ihrer Glorie und Gegensätzlichkeit.“

Wien war bis zum Jahr 1938 in besonderem Maße von Operette und Unterhaltungskultur geprägt. Auch heute zehrt man noch von dieser großen Vergangenheit. Doch wer waren die Menschen, die hinter dieser Entwicklung standen? Die Komponisten, die Librettisten, die Künstler, die Veranstalter? Niemand konnte eine Operette alleine auf die Bühne bringen; es handelte sich immer um eine Gemeinschaftsproduktion: Mehrere Autoren und Komponisten arbeiteten Hand in Hand, Persönlichkeiten wie Richard Tauber interpretierten die Werke in einzigartiger Art und Weise.

Die Ausstellung wurde von Marie-Theres Arnbom und Kevin Clarke kuratiert und von Sam Madwar gestaltet. Sie widmet sich den vielen Seiten der Operette: Starkult und Kommerz werden ebenso thematisiert wie Sozialkritik, Politik und rassische Verfolgung.

2. Februar bis 24. September 2012
Österreichisches Theatermuseum
Palais Lobkowitz,
Lobkowitzplatz 2, Wien I
Täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr
www.theatermuseum.at

Quelle: © Österreichisches Theatermuseum

Fotos: Jacques Offenbach reitet zum Erfolg, 1866 © Österreichisches Theatermuseum;  Elsie Altmann-Loos, 1922 © IMAGNO;  Die Herzogin von Chicago, Volksoper Wien 2004 © Dimo Dimov

Videos: Youtube

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